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Wespen und Feigen auf Thassos: Eine „unsichtbare“ Symbiose bewahrt die Tradition


Vor wenigen Tagen haben wir einen Artikel über die Notwendigkeit der Wespenbekämpfung auf Thassos veröffentlicht (hier lesen).

Ziel dieser Initiative war es, den Komfort für unsere Besucher zu erhöhen. Eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe mit deutschen Urlaubern hat uns jedoch dazu veranlasst, das Thema neu zu bewerten und die ökologische Bedeutung dieser Frage genauer zu betrachten.

Diese Besucher äußerten nicht nur eine bloße Gegenmeinung, sondern erinnerten uns an eine tiefgreifende ökologische Wahrheit: Ohne die Wespe würde Thassos eines seiner wertvollsten Symbole verlieren – die Feige.

Die wissenschaftliche Seite: Eine „lebensnotwendige“ Symbiose

Um zu verstehen, warum die deutschen Besucher so leidenschaftlich reagierten, haben wir eine Quelle herangezogen, die in ihrer Facebook-Gruppe genannt wurde.

Laut einem Bericht der Tagesschau.de (*), dem Nachrichtenportal der ARD, ist die Beziehung zwischen Feige und Wespe eine Geschichte, die bereits seit 75 Millionen Jahren besteht.

Die Feige ist botanisch gesehen keine Frucht, sondern ein geschlossener Blütenstand. Um zu reifen, ist sie auf die winzige Feigenwespe (Blastophaga psenes) angewiesen. Das Wespenweibchen dringt durch eine winzige Öffnung in die Feige ein, verliert dabei ihre Flügel, legt ihre Eier ab und überträgt gleichzeitig den Pollen.

Wenn wir die Wespen eliminieren, unterbrechen wir diesen Kreislauf gewaltsam. Wilde Feigen würden niemals bestäubt werden, und die natürliche Fortpflanzung des Feigenbaums käme zum Erliegen.


„Eriniasmos“: Die antike Kunst der Bauern

Die Wissenschaft bestätigt lediglich das, was die Bauern auf Thassos seit Jahrtausenden wissen.

Die traditionelle Methode des Eriniasmos (*) (oder Orniasmos) ist eine Praxis, die bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. von Theophrast, dem Vater der Botanik, beschrieben wurde.

Die Bauern von Thassos sammelten die Ornoi (*) (wilde Feigen), fädelten sie auf Schnüre und hängten sie in die kultivierten Feigenbäume.

Aus diesen wilden Feigen schlüpften die Wespen und „impften“ die veredelten Bäume mit dem Leben, das für die Fruchtbildung notwendig war. Es ist eine Kette des Lebens, die über die Jahrhunderte hinweg nie gerissen ist.


Thassos und die Feige: Eine Geschichte aus der Antike

Die Verbindung von Thassos mit der Feige ist nicht nur ökologisch, sondern auch tief kulturell verwurzelt.

Im antiken Griechenland galt die Feige nach Oliven und Wein als das drittwichtigste Gut. Sie war das „Superfood“ der antiken Athleten und seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel der Bewohner unserer Region.

„Sikalaki“ aus Thassos: Ein Kind der Wildfeige

Auf Thassos bleibt diese Tradition bis heute lebendig. Das berühmte „Sikalaki Thassou“, die traditionelle Süßspeise im Glas, die ein Markenzeichen der Insel ist, wird oft aus wilden Feigen (Ornoi*) hergestellt.

Diese wilden Feigen (Erinosyka oder Ornosyka*) sind der exklusive „Wirt“ für die Wespen. Ohne das Insekt wäre die Herstellung dieses emblematischen lokalen Produkts unmöglich, da die wilden Feigenbäume keine Früchte mehr tragen würden.

Die wilden Feigen werden im Mai geerntet, solange sie noch hart sind und bevor der Zyklus der Wespe in ihrem Inneren abgeschlossen ist.

Ihre besondere Textur sorgt dafür, dass sie beim Kochen nicht zerfallen – das macht unser „Sikalaki“ so einzigartig.

Würden wir die Wespen ausrotten, würden wir automatisch auch den Rohstoff für unser berühmtestes lokales Produkt vernichten.

Fazit: Balance ist die Lösung

Thassos besteht nicht nur aus seinen Stränden, sondern auch aus seinem Ökosystem. Die deutschen Besucher der Insel haben uns mit ihrer Sensibilität daran erinnert, dass die Natur in einem klugen Gleichgewicht funktioniert.

Die Wespe mag in manchen Momenten des Sommers lästig sein, aber sie ist die „unsichtbare Arbeiterin“, die uns die süßen Feigen des Augusts und das Sikalaki des Winters schenkt.

Die Lösung liegt nicht in der Ausrottung, sondern in der Aufklärung und im Respekt vor der Tradition, die seit der Antike besteht.

Das Video erklärt auf einfache Weise, wie die Wespe in die Feige gelangt und warum dieser Prozess für die Entstehung der Frucht, die wir essen, notwendig ist.


Quellen & Referenzen:

⦁ (*) Tagesschau.de: Wilde Bestäubung: Die tödliche Symbiose von Feige und Wespe. Das Tagesschau-Nachrichtenportal der ARD ist für seine wissenschaftlich fundierte Berichterstattung bekannt.

⦁ (*) Theophrast: „Naturgeschichte der Gewächse“ (4. Jh. v. Chr.): Die erste Aufzeichnung der Eriniasmos-Methode.

⦁ Wikipedia: Die Bestäubung der Echten Feige (Eriniasmos).

⦁ (*) Das Wort „Ornos“ oder „Ornios“ stammt vom antiken „Erineos“ ab, was „wilde Feige“ bedeutet. Die wilden Feigenbäume tragen im Frühjahr Früchte, die nach etwa einem Monat abfallen. Früher flochten die Bauern diese Früchte zu Kränzen oder Schnüren.




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